Entwicklungskonzept für das Gut Hellersdorf - Zwischenbericht
3. Integrale Potenziale- und Mängelkarte

3.1. Einleitung

Jede Bestandsaufnahme hat zum Ziel, das untersuchte Gebiet hinsichtlich seiner Qualitäten (= das Positive), Mängel (=das Negative) und Potenziale (= das Entwicklungsfähige) bewerten und darauf aufbauend geeignete Planungen durchführen zu können.
Eine solche Bewertung kann jedoch subjektiv sehr verschieden sein und wurde in der bisherigen Projektarbeit auch nur für die jeweiligen Sektoren (=sektoral) durchgeführt.
Für die im weiteren Projektverlauf im Vordergrund stehende Gesamtplanung ist es jedoch erforderlich, die Vielzahl von subjektiv und/oder sektoral bedeutsamen Sachverhalte inhaltlich und quantitativ auf ein Maß zu reduzieren, das von der Mehrheit der Projektgruppe getragen wird und einen geeigneten Rahmen für die weiteren Planungen bildet.
Daher wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die zusammen mit der Projektgruppe die bedeutsamsten Mängel und Potenziale ermittelte und diese in einer integralen Mängel- und Potenzialekarte darstellte.
Wie hierbei im Einzelnen verfahren wurde, wird nachfolgend beschrieben.

Potenziale
Um exakte Ergebnisse zu erhalten wurde zunächst einmal betont, das unter einem Potenzial etwas Vorhandenes (= Element des Bestandes), das entwicklungsfähig ist, zu verstehen ist. Das schließt durchaus bestehende Qualitäten mit ein, soweit diese noch ausbaufähig sind.
Methodisch kamen zur Ermittlung der Potenziale zunächst das Brainstorming und das Mind-Map zur Anwendung.
Dazu wurde die Frage "Was von dem Vorhandenem ist entwicklungsfähig" in die Mitte eines großen Plakats geschrieben und die entsprechenden Antworten (= die individuell als Potenzial angesehenen Aspekte) der Projektteilnehmer für sich oder als Fortsetzung eines bereits geäußerten Gedankens ebenfalls für jedermann sichtbar auf dem Plakat notiert. Ziel war es erst einmal, soviel wie möglich Meinungen zu erhalten. Um dieses zu erreichen waren alle Projektteilnehmer aufgefordert, sich frei und ungehemmt zu äußern, das Kritisieren eigener und fremder Ansichten zu unterlassen sowie die bereits geäußerten Ansichten weiterzuentwickeln und gegebenenfalls zu präzisieren.
Nachdem durch diese Vorgehensweise etwa 30 bis 40 Einzelmeinungen
zusammengetragen wurden, hatte jeder Projektteilnehmer 7 Stimmen, mit denen er die Potenziale auswählen konnte, die seiner Ansicht nach am Wichtigsten sind.
Die Auszählung der Stimmen ergab dann die Potenziale, die für die gesamte Projektgruppe von Bedeutung waren. Berücksichtigt wurden jedoch nur die Potenziale, die mindestens 2 Stimmen erhalten haben.
Sie wurden schließlich alle in einer Tabelle aufgelistet und gegebenenfalls präzisiert, umformuliert oder zusammengefasst.
Bei den 5 Potenzialen, die 2 Stimmen erhalten haben, wurde eine weitere Auswahl vorgenommen. So hat noch mal jeder Projektteilnehmer 3 Stimmen erhalten, um sich für die 3 wichtigsten dieser 5 Potenziale zu entscheiden.
Letztlich sind die nachfolgend aufgeführten Potenziale durch die Projektgruppe ermittelt worden:

  • Denkmalgeschützte Gebäude
  • Nähe zum Stadtteilzentrum
  • Freiflächen
  • Nutzungs- Mix
  • Durcheinander (Chaos) auf dem Gut
  • Wenig Verkehr
  • Gebäudestruktur des Gutes
  • Jugendfreizeiteinrichtung
  • Vorhandene Gewerbevielfalt
  • Baumbestand
  • Energieversorgung
  • Historisches Bau- Ensemble Alt- Hellersdorf
  • Bevölkerung
  • ÖPNV
  • Nähe zu Wohnstandorten
  • Pufferzone
  • "Durchwegungs"- Ansätze

Die Art der Darstellung dieser Potenziale in der integralen Potenzialekarte wurde auf der Grundlage eines Vorentwurfs der Arbeitsgruppe "Mängel- und Potenzialekarte" durch die Projektgruppe entschieden.

(Siehe: 7.6 Anlage Potenziale)

Mängel
In der Kritikphase der Zukunftswerkstatt (siehe ...) wurden durch ein Rollenspiel und die persönliche Kritikmöglichkeit eine Reihe von Mängel ermittelt, die zu 6 verschiedenen Rubriken zusammengefasst worden sind.
Aus dieser Vielzahl von Mängeln wurde für die integrale Mängelkarte eine Auswahl vorgenommen.
Dabei wurde von der Projektgruppe analysiert, welche Punkte der jeweiligen Rubrik wichtig sind bzw. zusammengefasst, präzisiert oder umformuliert werden könnten. Gegebenenfalls wurden auch neue, während der Zukunftswerkstatt noch nicht vorgebrachte Mängel aufgenommen.

Als Ergebnis dieser Auswahl wurden folgende Mängel für bedeutend empfunden:

Gewerbe

  • zu kurze Mietverträge
  • Emissionen
  • Nutzungskonflikte
  • Kontamination

Umgebung

  • städtebauliche Unordnung (Pufferzone)
  • Schlechter Gebäudezustand
  • Kontrast zwischen Gut und Umgebung

Zustand des Guts und der Gebäude ·

  • Hohe Versiegelung, wenig Grün
  • Technische Infrastruktur
  • Schlechter bautechnischer Zustand
  • Verfall der denkmalgeschützten Gebäude

Kultur, Freizeit ·

  • wenig Freizeit- und Kultureinrichtungen
  • Leerstehenden Kitas

Erschließung

  • Barriere
  • Räumliche Isolation
  • Schlechte Erschließung

Image, Politik

  • Wenig Engagement vom Land und Bezirk
  • Schlechtes Image
  • keine Erinnerung an historische Bedeutung
  • Fehlender Identifikationspunkt

Auch hier entschied wie bei der Potenzialekarte die Projektgruppe, in welcher Form die Mängel in der Karte darzustellen sind.

(Siehe: 7.5 Anlage Mängel)

© 2001, www.comeniuscape.de.