Start der asynchronen FVL-Internetseminare - mit comeniuscape.de
Heike Mielke

Sie lesen Kritiken zur neuen Pseudo-Ehrenamtlichkeit in den USA, überfliegen Londons Downing-Street No. 10 und suchen nach dem Schröder-Blair-Papier, nehmen einen Zwischenstopp bei der Coca-Cola-Company, dann bei der EU in Brüssel, ein Abstecher führt sie zu DaimlerChrysler und zu neueren Fusionskandidaten, vorbei an den Seiten großer und kleiner Parteien, Verbände und Medien, von tatsächlichen Global Playern über solche, die es gern wären und anderen, die lieber in der Kreisklasse mitspielen - Landung dann bei der Berliner Medienwerkstatt Helliwood unter www.comeniuscape.de
Seit Sonntag dem 25. Februar 01 recherchieren sich die ersten 30 Fernstudierenden quer durchs Internet, auf der Suche nach Hintergründen und interessanten Informationen, nach der großen weiten Welt im WWW und neuen Erfahrungen mit dem neuen Medium. Sie nehmen am ersten FVL-Internetseminar teil, das von ihnen zu Globalisierung und Regionalisierung fundierte Diskussionsbeiträge verlangt: mindestens zwei pro Woche und das drei Monate je Semester. Vorab haben die teilnehmenden Studierenden des FVL-Fernstudiengangs "Öffentliches Dienstleistungsmanagement" einen Studienbrief zum Seminar-Thema gelesen - wie gründlich wird sich in der Diskussion irgendwann zeigen. Ein Dozent moderiert die asynchronen Seminare und bewertet die Diskussionsbeiträge - gibt Thesen vor, spitzt zu oder entschärft. Das erste FVL-Internetseminar wird von dem erfahrenen Dozenten Prof. Dr. Stephan F. Wagner betreut, der zusammen mit Prof. David Kramer Ph. D. auch die wesentliche Entwicklungsarbeit geleistet hat.
Bis zu 50 Teilnehmer können an den "schriftlichen Seminar-Gesprächen" teilnehmen, das heißt, sie loggen sich bei www.comeniuscape.de ein und liefern - von wo auch immer und wann immer sie wollen und es Beruf und Familie zulassen - die geforderten Seminarbeiträge. Die zu jeder Seminarthese genannten Links, von der Homepage der Vereinten Nationen bis hin zu bemerkenswerten Websites und Foren kritikwütiger Apologeten, sind dafür Pflichtlektüre. Daneben werden anspruchsvolle Zusatzaufgaben angeboten, die einerseits die tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Seminarthema erfordern, andererseits aber auch Medienkompetenz fördern sollen.
Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer am ersten FVL-Internetseminar nimmt zum ersten Mal an einem Seminar dieser Form teil, einige kennen sich mit dem Internet besser aus, andere nur minimal. Deshalb wurden sie im Rahmen ihres Studiums in einem Workshop auf das Studieren mit dem Internet vorbereitet. Dabei haben sie nicht nur die Arbeit mit Suchmaschinen gelernt, sondern auch die Seminarabläufe trainiert, die Funktionen der Seminarsoftware kennengelernt und sind schließlich in einem Beispiel-Seminar die speziellen Abläufe durchgegangen. Damit die Studierenden letztendlich weder an der neuen Technik noch an der neuen Seminartechnologie scheitern können und auch ohne Flugticket einmal den New Yorker Bürgermeister besuchen können und ihren Computer nicht zu früh entnervt ins Pfandhaus bringen, können sie per Workshop-Begleit-CD-ROM auch Zuhause lernen, die überwältigenden Ressourcen des WorldWideWeb für ihr Studium und natürlich die Internetseminare zu nutzen.
Die vorerst vier geplanten asynchronen Internetseminare sind nur ein Bestandteil, wenn auch der umfassendste und wohl wichtigste im Internetarbeitskonzept der FVL-Fernstudiengänge "Sozialmanagement" und "Öffentliches Dienstleistungsmanagement". Daneben sollen die Studierenden neben E-Mail und Newsgroup nach und nach auch andere elektronische Kommunikationsmittel ausprobieren. So wird im kommenden Semester ein CGI-Bulletin-Board angeboten und es wird über die Erweiterung der Seminarsoftware um ein Chat-Tool nachgedacht. Während des Semesters muss jeder Studierende auch außerhalb der Seminare Aufgaben per Internet erledigen und diese an seine Dozenten zur Bewertung schicken, dabei soll er besonders aufschlussreiche, informative und zugleich ansprechende Websites charakterisieren und - so er welche findet - auch einmal eine klassische Anti-Website vorstellen.
Noch läuft die Erprobungsphase für die beiden BLK-geförderten Studiengänge "Sozialmanagement" und "Öffentliches Dienstleistungsmangement". Sie endet im Juni 2002. Bis dahin werden absehbar mindestens sechs Hochschulen die asynchronen Internetseminare durchführen. Und schon Ende des Sommersemesters 2001 wird die so genannte Seminarmaschine (die Softwarelösung, mit der die FVL-Internetseminare realisiert werden) ihre Feuertaufe bestanden haben.

Mit Hochschulen, die die Software für eigene webbasierte Seminare nutzen möchten, schließt die Fernstudien-Agentur des FVL, in deren Auftrag das Helliwood Medienzentrum Berlin-NordOst des Fördervereins für Jugend und Sozialarbeit e.V. (fjs) die Software entwickelt hat, Campuslizenzvereinbarungen ab. Die Fernstudienagentur vermittelt ebenfalls die technische Betreuung durch ihren Partner-Provider Medienzentrum Berlin-NordOst.

© 2001, www.comeniuscape.de

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